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Extremwetter: Wie Kommunen vorsorgen können

Extreme Wetterereignisse wie Starkregen sowie Trockenheits- und Hitzeperioden stellen die Städte zunehmend vor große Herausforderungen. Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) untersucht in Forschungsprojekten, wie sich Kommunen gegen die Folgen von Überflutungen oder Hitze wappnen können.

Kommunen können zwar kein Extremwetter verhindern, aber dessen Auswirkungen - etwa Überflutungen oder Hitzefolgen - mindern. Verschiedene Veröffentlichungen stellen entsprechende Klimaanpassungsstrategien vor.


Überflutungs- und Hitzevorsorge durch die Stadtentwicklung

Sonderveröffentlichung Hrsg.: BBSR, Bonn, April 2015

Die Veröffentlichung thematisiert Strategien und Maßnahmen gegen urbane Sturzfluten und überhitzte Städte. Der Klimawandel sorgt für zunehmende Extremwetterereignisse mit Starkniederschlägen und langen Hitzeperioden, denen man auch städtebaulich begegnen muss. Fallstudien und Referenzprojekte aus verschiedenen Forschungsvorhaben zeigen, welche Konzepte, Lösungen und Maßnahmen es bereits gibt und welchen Nutzen sie bringen.

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Studie "Klimaanpassungsstrategien zur Überflutungsvorsorge verschiedener Siedlungstypen"

Die fallstudiengestützte Studie zeigt auf, wie sich die Städte auf häufigere und verstärkte Überflutungs- und Trockenheitsereignisse vorbereiten können und wie die Siedlungswasserwirtschaft zu einem integrierten Bestandteil der Stadtentwicklung werden kann. Neben technischen Lösungen wurden vor allem Ansätze der integrierten Stadtentwicklung untersucht. Denn für Risikovorsorge, dezentrale Wasserrückhaltung und das Management wassergebundener Oberflächen braucht es eine fachübergreifende Abstimmung. Es geht um integrierte Lösungen zur wassersensiblen Stadtentwicklung. Einige von Sturzregen betroffene Städte haben sich bereits intensiv damit befasst.

Weitere Informationen und Ergebnisse der Studie finden Sie hier


Expertisen: Urbane Gefahrenkarten, internationale Beispiele, rechtliche Rahmenbedingungen

Mehr Raum für das Regenwasser schaffen - Grünfläche der Südlichen Gartenstadt Potsdam RegenwasserrückhaltMehr Raum für das Regenwasser schaffen - Grünfläche der Südlichen Gartenstadt Potsdam Quelle: Entwicklungsträger Bornstedter Feld

Im Rahmen der Studie wurden 3 Expertisen ausgearbeitet. Um eine wirksame und effiziente Vorsorge zu erreichen, sollten sich die Konzepte nicht nicht nur auf die Infrastruktur der Siedlungsentwässerung beziehen. Maßnahmen zum objektbezogenen Überflutungsschutz, zum Rückhalt oder zur gezielten Ableitung von Niederschlagswasser an der Oberfläche müssen ineinandergreifen. Basiselement einer solchen Anpassungsstrategie sind Karten, die besonders gefährdete Gebiete einer Stadt ausweisen. Wie Städte solche Karten erstellen können, zeigt die Expertise "Ermittlung des Überflutungsrisikos: Urbane Gefahrenkarten" der Dr. Pecher AG. Darüber hinaus stellt eine Expertise des Instituts für Landschaftsplanung und Ökologie der Universität Stuttgart internationale Beispiele für einen wirksamen Überflutungsschutz in urbanen Räumen vor und eine weitere Expertise des Anwaltsbüros Gaßner, Groth, Siederer & Coll. beschäftigt sich mit den rechtlichen Rahmenbedingungen und Steuerungsinstrumenten.


  • Hoppe, H.: Urbane Gefahrenkarten zur Ermittlung des Überflutungsrisikos. Dr. Pecher AG, Düsseldorf 2014


  • Groth, K.; Buchsteiner, D.: Rechtliche Rahmenbedingungen und mögliche Steuerungsinstrumente im Zusammenhang mit der Überflutungsvorsorge in Siedlungsgebieten. Anwaltsbüro Gaßner, Groth, Siederer & Coll., Berlin 2014


  • Stokman, A.; Deister, L.; Dieterle, J.: Internationale Ansätze und Referenzprojekte zu Klimaanpassungsstrategien der Überflutungs- und Trockenheitsvorsorge. Institut für Landschaftsplanung und Ökologie der Universität Stuttgart 2013

Die Expertisen stehen auf der Homepage von "Becker Giseke Mohren Richard Landschaftsarchitekten" zum Download bereit.


Grundlagen schaffen: Regionale Verteilung von starken Niederschlägen ermitteln

Damit sich die Städte besser anpassen können, arbeitet das BBSR gemeinsam mit anderen Bundesbehörden auch an besseren Informationsgrundlagen für die Kommunen: Welche Gebiete waren in der Vergangenheit besonders von schweren Niederschlägen betroffen? Ziel des im April 2014 gestarteten Projekts ist es, mit Hilfe von extrem kleinräumigen Radardaten die Verteilung von starken Niederschlägen zu ermitteln. Planer können künftig anhand von Karten so genannte "Hot Spots" erkennen - Orte in der eigenen Region, wo es innerhalb der letzten Jahre besonders häufig und stark geregnet hat. Träger des Vorhabens sind neben dem BBSR das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, der Deutsche Wetterdienst, das Technische Hilfswerk und das Umweltbundesamt.


Mehr zum Thema

Dr. Fabian Dosch - im BBSR verantwortlich für die Forschungsprojekte - erläutert im Interview, warum die Anpassung an den Klimawandel konkreten Mehrwert bietet und nicht nur Schadensbegrenzung ist.
zum Interview


Veröffentlichungen zum Projekt

Expertise "Urbane Gefahrenkarten zur Ermittlung des Überflutungsrisikos"

Expertise "Internationale Ansätze und Referenzprojekte zu Klimaanpassungsstrategien der Überflutungs- und Trockenheitsvorsorge..."

Infobrief Nr. 1
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Infobrief Nr. 2
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Strategische Behördenallianz Anpassung an den Klimawandel

Das BBSR ist seit 2012 Mitglied der Strategischen Behördenallianz Anpassung an den Klimawandel. Neben der Forschung wollen die beteiligten Einrichtungen vor allem die Umsetzung der Ergebnisse in der Praxis unterstützen. Das gemeinsam finanzierte Projekt "Erstellung einer dekadischen radargestützten hochauflösenden Niederschlagsklimatologie für Deutschland zur Auswertung der rezenten Änderung des Extremverhaltens von Niederschlag (Radarklimatologie)" startete im April.
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Kontakt:
Dr. Fabian Dosch
Referat I 6 – Stadt-, Umwelt- und Raumbeobachtung
fabian.dosch@bbr.bund

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