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Innenentwicklung vs. Klimakomfort im NVK-Karlsruhe

Städtebauliche Entwürfe zur Senkung der Vulnerabilität von Stadtquartieren

Einführung

Der Nachbarschaftsverband Karlsruhe (NVK) ist ein Zusammenschluss aus der Stadt Karlsruhe und sieben Umlandgemeinden. Der Nachbarschaftsverband liegt im Oberrheingraben, welcher als eine der wärmsten Regionen Deutschlands gilt, wodurch es im Sommer zu besonders häufig und lang andauernden Hitzeperioden kommt. Die Region ist damit einer der klimatisch am stärksten betroffenen Ballungsräume in Deutschland. Somit stellt die Überhitzung des urbanen Raums ein zentrales Problem in den Gemeinden des NVK dar.

Auf der anderen Seite ist im Nachbarschaftsverband ein zunehmender Siedlungsdruck auf Flächen im Innenbereich festzustellen, zumal das Flächensparen und die Innenentwicklung als zentrale Handlungsfelder einer nachhaltigen Stadtentwicklung gelten – auch vor dem Hintergrund des Klimaschutzes.

Städtebauliche Entwurfsszenarien

Daher betrachtete der Nachbarschaftsverband Karlsruhe in seinem Modellprojekt den Zielkonflikt zwischen Nachverdichtung im Innenbereich gegenüber heutigem und zukünftigem Hitzestress einzelner Quartiere.

Hierzu wurden im Rahmen des Forschungsvorhabens für drei Modellgebiete (Stutensee-Blankenloch, Ettlingen, Karlsruhe – Oststadt) jeweils zwei städtebauliche Entwurfsszenarien entwickelt. Ziel ist es mit Hilfe der Entwürfe die optimale Kombination von Maßnahmen zur Grünraumentwicklung in Zusammenhang mit zukünftigen und vorhandenen städtebaulichen Strukturen zu finden.

Die Ergebnisse der Szenarien waren in den meisten Fällen äußerst  positiv zu bewerten. So ließen die Maßnahmen in  Stutensee-Blankenloch (Freihalten der grünen Gartenhöfe von Bebauung, Nachver­dichtung eher in zweiter Reihe bzw. durch Aufstockung)  sowie in  Ettlingen (Freihalten des Grün­landes von Bebauung und parallel zur Strömungsrichtung ausgerichtete Baukörper) eindeutige  klimaökologisch Vorteile erkennen. Lediglich in Karlsruhe – Oststadt konnte keiner der beiden städtebaulichen Varianten als eindeutiger Favorit ermittelt werden.

Klimaanalysen

Mit Hilfe der Klimaanalysen und Simulationen sollte ein Vergleich der klimatischen Wirkung der jeweiligen Entwurfsvarianten ermöglicht werden.  Durch die Analysen ließen sich deutlich die positiven Effekte von Grünflächen und Entsiegelungsmaßnahmen zur Reduzierung der Lufttemperatur und zur Beschleunigung des Frischlufttransports erkennen und so die jeweils vorteilhafteste Entwurfsvariante ermitteln.

Erkenntnisse

Als eine zentrale Erkenntnis aus den Entwürfen ließ sich festhalten, dass insbesondere der Versiegelungsanteil sowie die Siedlungsdichte einen starken Einfluss auf die Wärmebelastung haben, während der Bebauungshöhe eine weitaus geringere Bedeutung zukommt. Grünflächen mit Großgrün weisen an heißen Sommertagen die geringste klimatische Belastung auf. So kommt Ihnen gerade in urbanen stark verdichteten Siedlungsbereichen eine erhöhte Bedeutung zu. 

Verstetigung

Die Stadt Karlsruhe hat eine AG Klimawandel eingerichtet und arbeitet derzeit an der Entwicklung eines "Rahmenplans Klimaanpassung". Zudem wird die Anpassung an den Klimawandels bei der Fortschreibung des Flächennutzungsplans und des Landschaftsplans berücksichtigt. In den Vertiefungsbereichen Karlsruhe, Ettlingen und Stutensee werden die Anpassungsmaßnahmen darüber hinaus in aktuellen Planungsvorhaben berücksichtigt.

Zusatzinformationen

Kontakt


Nachbarschaftsverband
Karlsruhe Planungsstelle
info@nachbarschaftsverband-karlsruhe.de

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